Kinderbetreuung in Frauenhäusern unzureichend

Das war in diesem Jahr dem einen oder anderen Nachrichtenmedium einen Artikel wert. Es wurde auch davon gesprochen, endlich zumindest eine Unterstützung für geschultes Fachpersonal zur Verfügung zu stellen.

Bis dato sind die Frauenhäuser in Sachsen-Anhalt chronisch unterfinanziert, Unterstützung gibt es nur für die Frauen. Die meist traumatisierten Kinder, die selbstverständlich mit aufgenommen werden und werden müssen, sind der Politik bisher nur eine Position in der Statistik wert.

Die in Aussicht gestellte finanzielle Unterstützung speziell für Kinder ist inzwischen mit einem Federstrich wieder vom Tisch.

Die neue Idee: Zwei Mitarbeiterinnen des Landes sollen die 20 Frauenhäuser in Sachsen-Anhalt betreuen. Wie sich das praktisch umsetzen soll, wird dazu nicht erläutert. Unabhängig von  Zeitaufwand und Kosten, durch das ganze Land zu kutschieren, stellt sich die Frage, wieviel Zeit für die Arbeit vor Ort bleiben soll oder kann.

Nehmen wir nur das Frauenhaus hier in Zeitz: von Ende letzten Jahres bis in den Sommer hinein haben wir immer wieder 9 bis 11 Kinder gleichzeitig im Haus gehabt. Auch in den Monaten danach bis heute haben wir die Kleinen unterzubringen, wenn auch nicht ganz so viele. Alle paar Wochen einen schnellen Termin mit der Therapeutin? Damit ist niemandem geholfen. Wir, sprich jedes Frauenhaus, braucht jemanden vor Ort, der sofort eingreifen, vor allem aber nachhaltig mit den Kindern arbeiten kann!

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